Fototechnik – Retro Fotografie

Jeden Fotografen überkommt einmal das Gefühl sich ein wenig in der Makro Fotografie zu probieren. Doch der Einstieg ist meistens mit einem tiefen Griff in den Geldbeutel verbunden. Hochwertige Makroobjektive kosten gut 300€ und mehr. Doch als ich neulich das Internet durchstreifte, fand ich im Shop von Traumflieger.de (Link auf der rechten Seite) einen Retro Adapter für nur 25€. Dabei handelt es sich um einen einfachen metallenen Adapter Ring, welcher an das Filter Gewinde des jeweiligen Objektivs geschraubt wird und somit die seiten verkehrte Montage des Objektivs an der Kamera ermöglicht.

Optional kann noch ein Protection Ring montiert werden, welcher die Installation von Filtern an der verkehrten Seite des Objektivs ermöglicht.

Durch einen kostengünstigen Retro Adapter wird ihr Objektiv zum Super-Makro mit oft noch stärkerem Vergrößerungseffekt als der eines teuren Makro Objektiv. Maßstäbe bis 4:1 werden so möglich.

Verwendung:

Der Aufwand der Anwendung eines Retro Adapters ist ungefähr mit dem Aufwand der Nutzung der bekannten Slide Card für Playstation 2 vergleichbar.

Der Adapter wird wie ein Filter auf das Gewinde des Objektives geschraubt. Die Kamera wird eingeschaltet. Die gewünschte Blende wird gewählt. (optimal Blende 11) Eine kameragesteuerte Blendeneinstellung nach Montage mit Retro Adapter ist nicht möglich, da das Objektiv nicht mehr elektronisch mit der Kamera verbunden ist. Somit ist folgender Trick erforderlich. Die Schärfentiefe-Prüftaste wird betätigt, um die Blende im Objektiv voreinzustellen. Das Objektiv wird mit gedrückter Prüftaste demontiert. Somit verhindert man dass die Blende sich automatisch zurückstellt. Das Objektiv wird seiten verkehrt mit Hilfe des Retro Adapters montiert und kann nun genutzt werden.

Dies stellt für mich das größte Contra eines solchen Adapters dar, da durch die ständige Montage und Demontage das Objektiv sicher schneller verschleißt. Aber diese Lösung soll ja auch nur einen Einstieg ermöglichen und einem selbst verdeutlichen, ob einem diese Art der Fotografie zusagt.

Um eine möglichst tiefe Schärfentiefe zu erzielen, ist die Blende sehr weit zu schließen. Aber Vorsicht. Zu weit geschlossen, kann der Bildeindruck ebenfalls zerstört werden. Als optimal hat sich die Blendenzahl 11 ergeben. Durch diese geringe Öffnung der Blende, ist eine lange Belichtung in den meisten Fällen unumgänglich. Man kann natürlich auch mit entsprechender Technik sein Motiv stark ausleuchten. Hilfsmittel wie Stativ, Fernauslöser oder externe Blitzgeräte könnten sich als hilfreich erweisen.

Bildqualität:

Die Bildqualität ist optimal, hat man erst einmal ein Motiv gefunden und sich mit der Technik eingespielt. Das bewundernswerte daran ist, dass man selbst mit den Standard Kit Objektiven sehr gute Ergebnisse erzielen kann. Anschließend einige Beispiele. Diese sind keine 100% Crops, sondern die kompletten Bilder aus der Kamera (ein wenig verkleinert, um den Server nicht zu belasten)

Ein 2 Euro Cent Stück mit dem Kit Objektiv fotografiert. Einmal mit einer Brennweite von 18mm und einmal mit 55m.

Nach Montage des Retro Adapters das gleiche 2 Cent Stück erneut. Auffällig dabei ist, je geringer die Brennweite im Retro Bereich, desto kleinere Makros sind möglich. Das linke Foto mit 55mm und das rechte mit 18mm.

Als zweites Beispiel Zucker auf einem schwarzen Mauspad.

18mm Normal — 55mm Normal — 18mm Retro

weitere Beispiele:

http://www.manianet.de/fotografie/retro-fotografie/retro-fotografieren-mit-externem-slave-flash

http://www.manianet.de/fotografie/retro-fotografie/computer-licht-und-technik-retro-fotosession

http://www.manianet.de/fotografie/retro-fotografie/wespen-taille

http://www.manianet.de/fotografie/retro-fotografie/retro-fotosession-2

http://www.manianet.de/fotografie/retro-fotografie/retro-fotosession-1

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